Geschichte der Akkumulatorenfabrik Gottfried Hagen
Von der traditionellen Bleigießerei zum Rechtsrheinischen Technologie-Zentrum: Lage, Geschichte und städtebaulicher Wandel
Die Fabrik begann 1827/29 als Metallhandel von Franz-Joseph Hagen in der Kölner Altstadt und entwickelte sich zu einem international agierenden Pionier der Batterie- und Akkumulatorenfertigung. Wichtige Meilensteine waren der Einstieg in die Akkumulatorenproduktion 1884, der Umzug nach Humboldt/Gremberg 1890, die Gründung eines eigenen Gummiwerks 1900 und die Produktion von Elektrofahrzeugen zwischen 1904 und 1909. 1922 wurde das Unternehmen in eine AG umgewandelt, doch der Erste Weltkrieg brachte wirtschaftliche Rückschläge durch den Verlust internationaler Niederlassungen.
Im Zweiten Weltkrieg beschäftigte Gottfried Hagen bis zu 350 Zwangsarbeiter aus ganz Europa, die in Baracken beim Werk untergebracht waren. Alliierte Bombenangriffe zerstörten Teile des Geländes, das nach 1945 wiederaufgebaut wurde.

Architektonisch und städtebaulich wurde das Gelände ab den 1980er-Jahren umgenutzt: Nur die Bleigießerei und das Kesselhaus standen unter Denkmalschutz, wobei das Kesselhaus 1988 abgerissen wurde. Die Bleigießerei wurde vom Internationalen Bund für Sozialarbeit saniert und für moderne Zwecke wie Kantinen und Veranstaltungsräume umgenutzt.
Ab 1985 sicherte ein Bebauungsplan Gewerbeflächen, und die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) entschied 1991, sechs prägende Gebäude zu erhalten. Seit 1995 entstand hier das Rechtsrheinische Technologie-Zentrum (RTZ) und 2005 die Biofactory. Heute beherbergt das Areal das RTZ, Büroräume des Internationalen Bund für Sozialarbeit (IB) in den sanierten Altbauten sowie Künstlerateliers in den ehemaligen Verwaltungsgebäuden.
Quellen:
Rheinische Industriekultur – Akkumulatorenfabrik Gottfried Hagen
Accumulatorenfabrik Gottfried Hagen in Humboldt/Gremberg | Objektansicht
https://www.gw-kalk.de/gottfried-hagen-akkumulatorenwerke/